In der heutigen Zeit ist die Verwendung von Tinten nicht mehr wegzudenken. Dementsprechend vielfältig entfaltet sich auch die Anzahl der verschiedenen Tintenarten. Einige Varianten wären zum Beispiel die wasserlösliche Tinte, die Eisengallustinte, die pigmentierte Tinte oder eben die sogenannte Sepia-Tinte.
Diese spezielle Tinte lässt sich aus den Tintenbeuteln der zehnarmigen Tintenfische (Sepien) gewinnen. Dieser nutzt den Stoff, um bei Gefahr eine schwarze Tintenwolke zu erzeugen. Um das gewonnene Extrakt nutzbringend verarbeiten zu können, muss dieser zunächst getrocknet und dann, mit Hilfe eines Mörsers, zu Pulver verarbeitet werden. Zum Schreiben vermischen die Hersteller das Pulver im Anschluss mit Wasser.

Was ist eigentlich Sepia-Tinte?

Variantenreiche Anwendungsmöglichkeiten

In der Vergangenheit verendeten die Menschen Sepia-Tinte primär zum Schreiben auf Papyrusrollen. Die Tinte hatte dabei den Vorteil, dass sie leicht abwaschbar und das Papyrus somit leicht wiederzuverwenden war. Zu diesem Zweck verdünnten die Tintenmacher die Tinte allerdings stark. Heute kommt Sepia-Tinte hauptsächlich in der Kosmetikherstellung, als Kochzutat und im Bereich der Lebensmittelproduktion zum Einsatz. Hier dient sie als natürliches Färbemittel, vor allem bei Reis- und Nudelgerichten. Durch das Hinzufügen der Tinte erreichen Köche eine intensive Schwarzfärbung der Speisen.

Sepia-Tinte auch als Heilmittel

Auch als homöopathisches Heilmittel nutzen Menschen das Tintenfischprodukt. Galt der Stoff lange Zeit lediglich als Frauenheilmittel, hat sich die Anwendungspalette in den letzten Jahren deutlich erweitert. Auch im Fall von tiefen Depressionen und Erschöpfungszuständen hat sich das Mittel besonders bei Homöopathen bewährt. Eine solche schwere Depression ist in Fachkreisen auch als Sepia-Zustand bekannt.
Dass die Nutzungsmöglichkeiten von Sepia-Tinte hiermit allerdings noch nicht abgeschlossen sind, konnten jüngst Forscher der Carnegie Mellon University in Pennsylvania beweisen. Diesen gelang es, das Pigment Melanin, welches sich in der Tinte der Sepien befindet, zu extrahieren. Mit dieser Substanz konnten die Forscher eine biologisch abbaubare Batterie entwickeln, welche zukünftig beispielsweise Heilungsprozesse im menschlichen Körper überwachen kann.

Bildquelle: © giadophoto – Fotolia.com


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