Tinte in der Tierwelt

16. Mai 2014

Die Ozeane sind bekanntlich voll von unterschiedlichen Lebewesen. Beginnend mit dem letzten Jahrhundert fanden umfangreiche Bemühungen und auch Fortschritte statt, die es uns Menschen heute erlauben, die Meeresbewohner besser zu verstehen. Während für uns das Schelf, also der Übergang zwischen dem Festland und der Tiefsee, bereits hinreichend erforscht wurde, liegen bislang noch Kenntnisse über die eigentliche Tiefsee vor – dies hat unterschiedliche Gründe: Der enorme Druck, das fehlende Sonnenlicht sowie die schiere Ausdehnung der Meere machen eine flächendeckende Untersuchung so gut wie unmöglich.

Tinte in der Tierwelt

Auch bei der Erforschung der Tintenfische existieren gerade deshalb erhebliche Wissenslücken – Während über die sogenannten Sepien bereits einiges Wissen gesammelt wurde, sind uns die Tiefsee-Kalmare noch immer sehr fremd.

Tinte zur Tarnung

Anders als die Tiefsee-Kalmare sind die Sepien nicht für das Leben in tiefen Gewässern konditioniert – sie leben primär in unmittelbarer Bodennähe bis zu einer maximalen Tiefe von ungefähr 200 Metern. Da dieser Lebensraum von einer Vielzahl an unterschiedlichen Lebewesen bevölkert ist, sowohl gefährlichen als auch harmlosen, haben die Sepien zwangsläufig auch verschiedene Feinde. Sowohl Delphine, Haie und sogar Seehunde und der Mensch bedrohen deren Existenz. Da die Küsten-Tintenfische über so gut wie keine direkten Schutzmechanismen verfügen, entwickelten diese eine alternative Schutztechnik: In der Epidermis der Tiere befinden sich zu diesem Zweck Zellen, welche mit unterschiedlichen Farbstoff-Pigmenten gefüllt sind. Gleichzeitig ist die Haut auch dehnbar. Nähert sich ein Feind, hat der Sepia nun die Möglichkeit sich effektiv zu tarnen. Möchte sich dieser beispielsweise an den grauen Meeresboden anpassen, dehnt er einfach all die Farbzellen aus, die graue Farbpigmente enthalten. Gleichzeitig zieht er die Zellen mit den restlichen Pigmenten zusammen – die Haut wird grau. Neben dem Farbwechsel kann der Sepia seine Haut übrigens auch einen metallischen oder auch faltigen Effekt verleihen um auf diese Weise die Tarnung noch zusätzlich zu verbessern.

Verhalten bei akuter Gefahr

Für den Fall, dass die Tarnung nicht ausreichend war und ein Gegner letztendlich doch auf den Sepia aufmerksam wurde, besitzt dieser noch eine weitere effektive Schutzvorrichtung: Bei unmittelbarer Gefahr stößt dieser eine dunkelbraune Flüssigkeit, die Tinte, aus. Dadurch wird nicht nur die Sehfähigkeit des Angreifers massiv eingeschränkt, sondern auch der Geruchssinn beeinträchtigt. Der Sepia hat nun die Möglichkeit zur Flucht.

Bildquelle: © designmino – Fotolia.com

Schlagwörter:
Kategorie:

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>