Die Erfindung der Schrift ist eine der größten Errungenschaften der Menschheit. Bereits vor mehreren tausend Jahren kratzen die Menschen Bilder und Schriftzeichen in Wachstafeln, ritzen sie in Baumrinde oder schlugen sie in Stein. Ohne Zweifel: Diese Arbeit muss ziemlich mühsam und aufwändig gewesen sein. Deshalb kam die Erfindung der Tinte gerade recht.

Tinte war schon den alten Ägyptern und Chinesen bekannt

Um die Herstellung von Tinte wussten bereits die alten Ägypter Bescheid. Vor mehr als viertausend Jahren nutzen sie ein Gemisch aus Ruß und Öl, um Papyrusrollen zu beschriften. Diese Rußtinte war jedoch nicht nur auf dem afrikanischen Kontinent bekannt, sondern ebenfalls im fernen Osten: Auch die Chinesen stellten ihre eigene Tinte her, verzichteten jedoch auf die Zugabe von Öl. Stattdessen nutzten sie Kohle und verbrannten Lack, um trockene Tusche zu pressen. Um Schreiben zu können galt es dann nur noch, die Tusche mit Wasser zu verdünnen. Statt Papyrusrollen verwendeten die Chinesen im Übrigen Seide.

Eisengallustinte ersetzt die Tinte aus Ruß

Bis in das dritte Jahrhundert nach Christus fand die Rußtinte Verwendung. Nach und nach jedoch setzte sich die Eisengallustinte durch. Alte Rezepte verraten, dass Eisenvitriol, pulverisierte Galläpfel und wahlweise Wasser oder Bier die wichtigsten Inhaltsstoffe dieser Tinte waren. Da Eisengallustinte die besondere Eigenschaft besitzt, erst nach dem Trocknen sichtbar zu werden, wurde ihr in der Regel noch ein Farbstoff beigemischt, beispielsweise Methylblau.

Im Laufe der Jahre und Jahrhunderte kam eine neue Art der Tinte auf: Die hellrote Kobalttinte. Sie schaffte es jedoch nicht, die Eisengallustinte zu verdrängen. Diese rückte erst ein Jahrhundert später in den Hintergrund und wurde zunehmend durch leichtflüssige und wasserfeste Tintenarten wie der Alizarintinte ersetzt. Trotzdem kommt die Eisengallustinte noch heute zum Einsatz, zum Beispiel in der fernöstlichen Kaligrafie.

Bildquelle: © ocipalla – Fotolia.com


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