In Deutschland, genauer gesagt in Babelsberg, steht der derzeit größte Textildrucker der Welt. Die Firma Big Image Systems entwickelte in Kooperation mit Maschinenbau-, Elektrotechnik- und Informatikstudenten der Technischen Universität Berlin den riesigen Tintenstrahldrucker.

Infinitus – Der größte Stoffdrucker der Welt

Über zwei Jahre Entwicklungszeit und über eine halbe Million Euro kostete die Anfertigung des Riesendruckers. Im Einsatz druckt der Infinitus 12 Meter breite und 50 Meter lange Druckballen spielend. Als Druckfläche dienen Textilbahnen und ähnliche Weiche Oberflächen. Damit ist der Riesendrucker weltweit einmalig.

Perfekter Einsatz für Film und Theater

Bisher war die Produktion von ausreichend großen Bühnenbildern ohne Naht nicht zu bewerkstelligen. Eine Größe von sechs Mal zwölf Meter war das absolute Maximum. Viele Bühnen und Filmsets sind allerdings deutlich größer, was unausweichlich das Zusammennähen oder Schweißen der einzelnen Ausdrucke unumgänglich machte. Dies führte unweigerlich zu störenden Nahtspuren. Dementsprechend sind auch Filmproduktionsfirmen die Hauptkunden von Big Image Systems. Doch nicht nur die Größe sondern auch die Bildqualität hat sich dank der Bemühungen der Entwickler verbessert. Dafür sorgt eine spezielle wasserbasierte und ökologisch abbaubare Tinte. Als Druckstoff für den Theatereinsatz dient dem Drucker das Gaze-Gewebe, einem Stoff, der je nach Beleuchtungsrichtung das Bild sichtbar oder unsichtbar macht.

Drucken in anderen Dimensionen

Damit das Motiv während des Druckvorgangs nicht zu verzerren droht, entwickelte das Team eine weitere Maschine, eine Art überdimensionaler Bügelmaschine, deren einzige Aufgabe daraus besteht, den Stoff unmittelbar vor dem Druck gerade zu ziehen und zu glätten. Das Weben des Stoffes führt nämlich immer zu gewellten Stofffasern, auf denen großräumig gedruckte Bilder krumm und schief erscheinen würden. Zusätzlich überwachen Spezialkameras kontinuierlich die Beschaffenheit der Stofffänden während computergestützte Führungsarme den Stoff gerade halten. Insgesamt erreicht die gesamte Maschine grob die Größe eines Sattelschleppers, also ungefähr 16 Meter.
Heute gilt der Druck in Großformat als wachsendes Wirtschaftssegment. Messen, Kinos, Theater oder auch Geschäfte mit großen Außenfassaden sind dabei nur einige vorstellbare Zielgruppen.

Bildquelle: © Moreno Soppelsa – Fotolia.com


Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>