Erleben Sie Ihr blaues Wunder!

27. Dezember 2012

Der Blaudruck, ein Verfahren, bei dem weiße Muster auf blau gefärbten Stoffen entstehen, war in Europa lange Zeit unbekannt. Erst vor etwa vierhundert Jahren erreichte das Wissen über diese besondere Art des Druckens und Färbens die ersten europäischen Länder.

Durch den Handel mit Indien gelangte der organische Farbstoff Indigo nach und nach in die Hände der heimischen Färber, die ihn in Kombination mit dem Reservedruckverfahren nutzten.

Die verschnörkelten Muster entstehen mit Hilfe sogenannter Modeln

Bis in die heutige Zeit hinein erfreut sich der Blaudruck noch immer wachsender Beliebtheit. Das Reservedruckverfahren, während dem die blauen Stoffe entstanden, funktionierte mit Hilfe sogenannter Modeln. An der Unterseite dieser kleinen Holzblöcke befand sich ein Muster. Um dieses auf den zu bedruckenden Stoff zu bringen galt es, die Modeln mit einer farbabweisenden Substanz zu bestreichen, der sogenannten Druckpapp. Diese Substanz war eine Art schützende Reserve – daher der Name Reservedruck – und verhinderte, dass die mit ihr bedruckten Stellen die indigoblaue Farbe annahmen.

Nach dem Druck erfolgte die Färbung der Stoffe. An einem eisernen Gestell aufgehängt, wurden die Stoffe in den Färbebottich, der in Fachkreisen auch unter der Bezeichnung Küpe bekannt ist, getaucht. Die Färber tränkten ihre Stoffe bis zu zehn Mal in der tiefblauen Farbe – so lange, bis ihre Stoffe den gewünschten Farbton annahmen. In einem letzten Schritt entfernen die Färber den anfangs aufgedruckten Papp, sodass weiße Muster auf der blauen Fläche erschienen.

Der Blaudruck ist bis heute nicht vergessen

Bis heute ist das alte Handwerk des Blaudrucks nicht in Vergessenheit geraten. Noch immer gibt es Färber, die den Reservedruck nutzen, um in mühevoller Handarbeit wunderschöne Muster auf ihre blauen Stoffe zu zaubern.

Bildquelle: © Bernd Rehorst – Fotolia.com

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