Im Jahr 2012 ereignete sich dem Briten Stephen Power ein folgenschwerer Motorradunfall, in dessen Folge er sich weitreichende Verletzungen im gesamten Gesicht zuzog – die Nase, der Kiefer, die Wangenknochen, die Augenhöhle und der Schädel wurden bei dem Unfall stark in Mitleidenschaft gezogen. Während sich die rechte Gesichtshälfte nach langwierigen Operationen wieder einigermaßen herstellen ließ, konnte die stark zertrümmerte linke Hälfte jedoch nicht gerettet werden – die Mediziner befürchteten, bei einem Rekonstruktionsversuch mehr zu zerstören, als zu retten.

Das Gesicht aus dem 3D-Drucker

Rettung durch moderne Drucktechnik

Um den Schädel von Stephen Power letztendlich doch noch retten zu können, kam modernste 3D-Druck-Technik zum Einsatz. Den Medizinern einer walisischen Universitätsklinik gelang es, mit der Hilfe von aufwendigen CT-Scans ein physikalisches 3D-Modell der ramponierten Gesichtshälfte im Computer anzufertigen. Dieses Modell diente anschließend als Anleitung zur Modulierung der für die Rekonstruktion der zerstörten Gesichtshälfte notwendigen Implantate. Spezielle 3D-Drucker produzierten dann, auf Basis dieser Schablonen, die eigentlichen Implantate – diese ließen sich daraufhin passgenau an eine exakt modulierte Nachbildung des Patientenschädels anbringen. Das endgültige Gesamtmodell wurde anschließend als medizinisches Titan-Implantat angefertigt und dann verpflanzt.

Ein Blick in die Zukunft

Der Einsatz der 3D-Technik zeigt, dass diese auch im Bereich der Chirurgie ihre Daseinsberechtigung hat – denn immer häufiger verlangt der medizinische Einsatz nicht mehr nach standardisierten „Ersatzteilen“, sondern nach individuell gefertigten Implantaten. Die Drucker haben nun die Möglichkeit, diese Nische zu füllen. Durch den schweren Unfall erlitt Power umfangreiche Verletzungen, deren Heilungsprozess nach wie vor nicht abgeschlossen ist. Dennoch beweißt der Einsatz von gedruckten Implantaten, auf welch vielfältige Weise sich diese Technik einsetzten lässt. Heute sind bei Power so gut wie keine äußerlichen Verletzungen mehr vorhanden. Auch er ist von der Leistung der Drucker überzeugt – er vergab für die erbrachte Leistung neun von zehn möglichen Punkten.

Bildquelle: © decade3d – Fotolia.com


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